»Die Anforderungen werden immer weiter steigen«

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  • Interview mit Michael Schneider
  • Continental ist Innovations- und Technologieführer bei Reifen für Fahrzeugveredler
  • Neuer Wintersportler entspricht zunehmendem Anspruch im UHP-Segment
Michael Schneider leitet bei Continental das imageträchtige Geschäft mit den Ultra-High-Performance-Reifen im Tuningsektor. Seit 1994 arbeitet der gebürtige Kölner (Jahrgang 1963) für das Unternehmen. Ehe er in diesem Jahr die Aufgaben von Henry Siemons übernahm, war er 15 Jahre lang als Key Account Manager für Tuner in Deutschland tätig. Im Interview beschreibt er aktuelle Branchen-Entwicklungen und erklärt den besonderen Stellenwert der Reifen für die führenden Fahrzeugveredler.

Herr Schneider, die Präsenz von Continental auf der Essen Motor Show hat seit 20 Jahren Tradition. Was macht die Messe für Sie so interessant?

Continental ist Innovations- und Technologieführer im Tuning-Segment. Produkte wie der SportContact 6 unterstreichen die besondere Marktstellung im Bereich sportiver Reifen für Supersportler und sind erste Wahl für tuningaffine Autofahrer, die sich im Premiumsegment nur mit der besten Lösung zufrieden geben. In Essen treffen wir auf 360.000 fahrzeug- und fahrzeugzubehörinteressierte Besucher mit einem extrem hohen Qualitätsanspruch. Diesem Qualitätsanspruch werden die Produkte von Continental in besonderer Weise gerecht. Insofern ist die Präsenz von Continental in Essen Ausdruck der besonderen Marktstellung. Hinzu kommt, dass wir in Essen mehr als bei anderen Messen dieser Art auf ein internationales Publikum treffen. 

Warum ist der Continental SportContact 6 bei Tunern und tuningaffinen Autofahrern so beliebt?

Der SportContact 6 verfügt über eine außergewöhnliche Performance und hohe Sicherheitsreserven, die sich in der Praxis bewährt haben. Im Sommer erzielte beispielsweise Fahrzeugveredler edo Competition in Papenburg einen neuen Porsche-Geschwindigkeitsrekord auf Serien-Sportreifen. Bereift mit SportContact 6 in 245/30 ZR 20 (90Y) an der Vorder- und 325/25 ZR 21 (102Y) an der Hinterachse erreichte er 344 km/h. Aber auch die unabhängigen Tests der automobilen Fachpresse belegen die Qualität. In diesem Jahr wurde der SportContact Testsieger in der Dimension 235/35 R 19 91 Y bei AutoBild sportscars. Die Fachredaktion bescheinigte dem Reifen überragende Handlingqualitäten auf nasser und trockener Fahrbahn, präzises Lenkverhalten, ausgewogene Dynamik und einen hohen Spaßfaktor. Damit ist der SportContact 6 nach wie vor das Maß aller Dinge im Sportreifensegment und ideal geeignet für die Bereifung von Spitzensportlern wie Audi R8 oder Porsche 911 sowie für sehr sportlich abgestimmte Fahrzeuge wie den M 5er BMW, den Mercedes AMG und den elektrisch angetriebenen Tesla S. Technisch basiert dieser Erfolg auf der Kombination einer Vielzahl innovativer Lösungen – angefangen von der chemischen Zusammensetzung der Lauffläche über das Profildesign bis zur Reifenkonstruktion. Kernelemente der innovativen Neuentwicklung sind ein besonderer Festigkeitsträger für mehr Stabilität bei Hochgeschwindigkeitsfahrten, eine auf Basis der Black-Chilli-Technologie weiterentwickelte Hochgripmischung und die so genannte Force-Vectoring-Technologie in der Profilgestaltung.

Wie entwickeln sich die Anforderungen der Tuning-Branche an einen  Reifenhersteller?

Die Anforderungen insbesondere in den Bereichen Höchstgeschwindigkeit, Dynamik und Sicherheit sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und es ist absehbar, dass sie auch in Zukunft immer weiter steigen werden. Alle namhaften Fahrzeughersteller bieten bereits ab Werk extreme Motorisierungen und hochwertige Ausstattungen an. Je hochwertiger und individueller aber das Angebot der Fahrzeughersteller bereits ab Werk ist, desto anspruchsvoller ist die Aufgabe der Tuner im Rahmen der Veredelung. So entwickelt sich Tuning zunehmend zu einem Geschäftsfeld, das nur noch reine Spezialisten dauerhaft erfolgreich betreiben können. Und diese Spezialisten können – unter anderem bedingt durch die zunehmenden Motorleistungen und die damit verbundenen gestiegenen Höchstgeschwindigkeiten der Fahrzeuge – auf herkömmliche Reifen immer weniger zurückgreifen. Der Entwicklungs-Aufwand für spezielle Produkte oder für Modifikationen bestehender UHP-Reifen ist mittlerweile enorm.

Und was genau ist das besondere Erfolgsgeheimnis von Continental im Wettbewerb der Reifenhersteller?

Es gibt gar kein Geheimnis. Continental ist der führende europäische Erstausrüster und damit ganz generell ein wichtiger Entwicklungspartner all jener Automobilhersteller, die mit ihren extrem sportlichen Modellen maßgeblichen Anteil an der zunehmenden Motorisierung und an steigenden Höchstgeschwindigkeiten haben. Diese Entwicklungspartnerschaft haben wir auf führende Unternehmen der Tuningbranche übertragen. Dabei kommt uns zugute, dass wir über außerordentliche Erfahrung auf diesem speziellen Gebiet verfügen. In diesem Jahr feiert die Tuningabteilung von Continental bereits ihr 25-jähriges Jubiläum. Viele Kunden der ersten Jahre wie Abt, AC Schnitzer, Lorinser, Heico und Techart sind heute noch feste Größen im Geschäft mit Fahrzeugumbauten, Leistungssteigerung und Perfektionierung von Fahrzeughandling. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die kontinuierlichen erheblichen Investitionen in die Weiterentwicklung unserer Technologie-Kompetenz. In unserem Werk in Korbach hat im vergangenen Jahr beispielsweise ein rund 45 Millionen Euro teures, weltweit einzigartiges Zentrum für Hochtechnologie-Produktion und -Prozess-Entwicklung für die besonders anspruchsvollen Reifengrößen ab 19 Zoll aufwärts den Betrieb aufgenommen. Dort werden nicht nur Höchstleistungspneus wie der SportContact 6 produziert, sondern auch Versuchsreifen hergestellt und neue Verfahren erprobt. Die Anlage versetzt uns außerdem in die Lage, die Entwicklungszeiten für neue Technologien spürbar zu reduzieren, beziehungsweise die beste Lösung schneller für neue Produkte verfügbar zu machen. Abschließend sei noch erwähnt, dass wir durch die Systemkompetenz im Gesamtkonzern das Zusammenwirken des Reifens mit anderen Komponenten im Fahrwerksystem umfassender erproben können als unsere Wettbewerber.

Würden Sie zustimmen, dass sich das Nachfrageverhalten von Verbrauchern in den vergangenen Jahren zu Gunsten der Reifen verändert hat?

Ganz eindeutig betrachten Autofahrer ihre Reifen zunehmend als Hightech-Bauteile. Die Nachfrage nach Premiumprodukten steigt. Sicherheit, Sportlichkeit und Individualität sind heute nicht nur die wesentlichen Triebfedern für Fahrzeugveredelung, sondern auch wichtige Aspekte für die Fahrer von weniger stark motorisierten Fahrzeugen. Im Gegenzug hat die Akzeptanz von Winterreifen unter den Fahrern veredelter Fahrzeuge deutlich zugenommen. Wir verzeichnen einen anhaltenden Trend zum sportlichen Wintereinsatz, dem wir mit dem neuen WinterContact TS 860 S optimal gerecht werden. Ab sofort verfügen wir über einen echten Sportreifen für den Winter, der wie kein anderer vor ihm von den Entwicklern kompromisslos auf die spezifischen Anforderungen von reinrassigen Sportwagen und hochmotorisierten, handlingorientierten Pkw ausgelegt ist. Dank maßgeschneiderter technischer Lösungen für den Winter und unserer umfangreichen Erfahrung in der Erstausrüstung ist uns die Entwicklung eines Produkts gelungen, das ein Maximum an Kontrolle, Stabilität und Fahrspaß für den sportlichsten Fahrer bietet – ohne Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen.

Wie kommt es, dass dieser Trend zum sportlichen Wintereinsatz vergleichsweise spät  eingesetzt hat und offensichtlich nach wie vor Steigerungspotenzial besitzt?

Das liegt vor allem daran, dass Winterreifen lange Zeit die nötige Hochgeschwindigkeits-Tauglichkeit gefehlt hat. Der ContiWinterContact 790 V XL war im Jahr 2000 der erste Winterreifen, der für alle Pkw Geschwindigkeiten bis 240 km/h ermöglichte. Seit dem haben sich UHP-Winterreifen rasant weiterentwickelt. Moderne Wintersportler wie der WinterContact TS 850 P und der neue WinterContact TS 860 S werden auch den extremen Ansprüchen von Kraftpaketen wie dem Porsche 911 oder dem Maserati GranSport Coupé gerecht. Für die neuen Winterreifen-Generationen gilt: Breiter ist besser.

Lange Zeit galten doch aber breitere Pneus gegenüber schmaleren Pneus im Winter als vergleichsweise weniger sicher.

Das war tatsächlich so. Doch die modernen Winterbreitreifen bieten heute mit ihrer deutlich größeren Bodenaufstandsfläche neben besseren Fahreigenschaften und kürzeren Bremswegen auch einen besseren Nassgriff als schmalere Pneus, die ihre Stärken ausschließlich im Tiefschnee ausspielen können. Weil aber Tiefschnee auf den vielbefahrenen deutschen Straßen, die zudem über einen hervorragenden Winterdienst verfügen, kaum noch anzutreffen ist, gilt auch im Winter: je breiter der Reifen, desto mehr kann er leisten. Zumal sich auch Kurvenstabilität, Lenkpräzision, Fahrspurwechsel, Lastwechsel und Sportlichkeit mit zunehmender Reifenbreite verbessern. Vereinfacht betrachtet liegt das unter anderem daran, dass die Entwickler auf der größeren Bodenaufstandsfläche mehr Lamellen platzieren können als auf kleineren. Das verbessert letztlich die Haftung, auch auf Schnee. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Profilblöcke größer auszulegen, was kürzere Bremswege zur Folge hat. Und: Je breiter der Reifen, desto besser können Lenkimpulse auf die Fahrbahn übertragen werden. So ist mit Winterreifen von Continental auf der Straße alles wie im Sommer – nur etwas kälter beim Aussteigen.

Kontakt

Continental Reifen Deutschland GmbH
Büttner Straße 25
D-30165 Hannover
Klaus Engelhart
Continental AG
Pressereferent

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